Nur gute Journalisten können Mächtige kontrollieren
"Journalisten dürfen nicht zulassen, dass die demokratische Kultur gefährdet wird."
Eleni Klotsikas hat mit Stephan Ruß-Mohl über die Krise der US-Zeitungen gesprochen. Das Interview "Die demokratische Kultur ist in Gefahr" erschien gestern in der Berliner Zeitung und ich zitiere eine Passage, die darauf hinweist, dass es ohne "Qualitätsjournalismus" nicht geht. (Ob der nur mit "gut ausgestatteten Redaktionen" funktioniert, würde ich gern diskutieren.)
" Ruß-Mohl - Die Verleger haben damit gedroht, dass es, wenn die Gewerkschaften nicht massiv nachgeben und drastische Lohnkürzungen in Kauf nähmen, in Zukunft keinen Boston Globe und auch keinen San Francisco Chronicle mehr geben wird.
- Klotsikas - Was tritt an die Stelle?
- Ruß-Mohl - Wahrscheinlich Gratiszeitungen, durchaus das eine oder andere neue Printprodukt und sicherlich auch Online-Angebote, die sich dann auf irgendeine Art und Weise doch finanzieren lassen.
Aber sie werden sich auch schwer tun, ihre genuine journalistische Aufgabe zu erfüllen, nämlich nicht nur Pressemeldungen mit einem Mausclick in Journalismus zu verwandeln, sondern die Mächtigen zu kontrollieren.
Dafür braucht man eben doch gut ausgestattete Redaktionen mit professionellen Journalisten. Wenn man die nicht hat, dann ist ein Stück politischer und demokratischer Kultur gefährdet - und zwar in einem Ausmaß, wie wir uns das im Moment noch nicht vorstellen können."
Das ganze Interview: www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0708/media/0009/index.html



